GEDOK Karlsruhe
Künstlerinnenforum
Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfreunde e.V
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Wie klingt der Frieden? Musik als Marketenderin
Eine Collage zur Wirkung von Musik in Krieg und Frieden
GEDOK-Konzert im Rahmen der 22. Europäischen Kulturtage FRIEDEN + KRIEG. 2014 - 1914

Montag, 19.05.2014 um 20 Uhr - Kulturzentrum Tollhaus, Kleiner Saal - Eintritt frei

Archiv

22. Europäischen Kulturtage FRIEDEN + KRIEG. 2014 - 1914 -  Logo

Festivalprogramm

Impressum

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Webmaster/Redaktion/
Archiv: Ute Reisner
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Letzte Aktualisierung:
11.04.2014

 

 

Kompositionen und Improvisationen von und mit

Ursula Euteneuer-Rohrer - Komposition, Klavier
Rita Huber-Süß - Gesang, Stimme, Texte
Karin Huttary - Perkussion, Stimme
Konstanze Ihle - Schlagzeug
Hanna Jüngling - Violine/E-Violine, Klangröhren
Ute Reisner - Altsaxophon, Laptop, Textsamples

 

Wie  klingt der Frieden?  Gruppenfoto der beteilgten GEDOK-Musikerinnen  - Urheberin: Konstanze  Ihle/Ute Reisner
© Konstanze Ihle, Ute Reisner

 

Die Musikerinnen der GEDOK setzen sich in ihrem Konzert mit dem programmatischen Titel Wie klingt der Frieden? mit unterschiedlichen, gegensätzlichen, aber auch ambivalenten Wirkungen und Funktionen von Musik in Kriegs- und Friedenszeiten auseinander. Der Untertitel Musik als Marketenderin verweist dabei auf kriegsunterstützende, propagandistische musikalische Formen wie Kriegsgetrommel und Marschmusik, Soldatenlieder oder patriotische Gedichte für die Heimatfront, in denen Emotionen zugunsten von Durchhaltewillen und Kampfgeist aktiviert werden.

Worin liegt der Unterschied in Form und Inhalt bei Antikriegsgesängen oder Friedens-Protestsongs? Muss antimilitaristische Musik atonal, melodiefrei und dissonant sein und der Rhythmus aus dem Takt geraten? Wie kann Musik gestaltet sein, die ohne "falsches" Pathos Elend, Leid und Traumatisierung durch Krieg, Gewalt und Tod verarbeitet oder sogar heilt und überwindet? Gibt es "friedensstiftende" Musik oder können auch Friedenslieder beliebig instrumentalisiert werden? Ist Musik einfach nur Musik oder soll sie Zufluchtsort vor der Normalität einer gewalttätigen und chaotischen Welt sein? Kann sie einer widerständigen Gegenwelt oder einer utopischen, überirdischen Ordnung zum Ausdruck verhelfen?

In ihrer Collage präsentieren die Musikerinnen ihre individuellen und vielfältigen musikalischen Antworten in Form von Text-Performance und Bluesimprovisation auf dem Saxophon, über Kompositionen für Klavier und Gesang u.a. von Hanns Eisler, für Violine und Klavier und für Schlagwerk-Duo, bis zu Konzeptimprovisationen in unterschiedlichen Besetzungen und freien Kollektiv-Improvisationen im Sextett. Als Uraufführung wird Ursula Euteneuer-Rohrers Vertonung des sieben Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Gedichts "Früher Mittag" zu hören sein, in dem Ingeborg Bachmann Nichtverarbeitung, Indifferenz und Übergang zur Nachkriegs-Normalität als Reaktionsweisen literarisch verarbeitet hat.

 

Veranstaltungsort

Kulturzentrum Tollhaus
Alter Schlachthof 35
76131 Karlsruhe