GEDOK Karlsruhe
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Die Wanderin - Traum oder Trauma
Lesungen - Begleitprogramm zur Ausstellung

Sonntag, 27.04.2016 und Sonntag, 08.05.2016 - GEDOD Künstlerinnenforum

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Letzte Aktualisierung:
06.05.2016

 

24.04.2016 um 15 Uhr Lesung

Irmentraud Kiefer - Die Freiheitskämpferin und Auswanderin Mathilda Hitzfeld

 

Irmentraud Kiefer  -  Foto AML

 

Anna Mathilda Hitzfeld wurde am 31.08.1826 geboren als Tochter des Arztes Dr. Ludwig Hitzfeld aus Kandel, Bezirksarzt in Bolanden (heute Kirchheimbolanden, Pfalz). Sie wuchs in einem kulturell und politisch orientierten Elternhaus auf. Dort verkehrten u. a. Journalisten und Dichter, sowie der Freiheitskämpfer Bamberger. Die Mutter, Weinhändlerstochter aus Lauterecken, leitete das Frauenkomitee zur Versorgung der Freischärler. In diesem Klima wuchs Mathilda Hitzfeld auf. Sie beteiligte sich aktiv an den Kämpfen in und um Kirchheimbolanden vom 2. Mai bis 14. Juni 1849 gegen die eindringenden Preußen und wurde mit ihrem Vater in Mainz inhaftiert. Sie fiel bald unter eine Amnestie, der Vater wurde in den Ruhestand versetzt. Er gehörte während der Revolutions-Ära als Stadtverordneter auch zu den Mitgliedern der Abgeordneten der Frankfurter Paulskirche.

Mathilda Hitzfeld war kurzzeitig als erste Frau in Heidelberg für das Medizinstudium immatrikuliert, wurde aber durch reaktionäre Intervention zur Aufgabe gezwungen. Da eine erneute Gefängnisstrafe zu befürchten war, wanderte sie nach Nordamerika aus. In New York schrieb sie u. a. für die Zeitung "Der Pfälzer in Amerika". 1853 heiratete sie dort den aus Norddeutschland ausgewanderten Maler Theodor Ludwig Kaufmann (1814 - 1896), der (nach anfänglich mageren Jahren) als Diplomat und Historienmaler in Washington zu Ansehen kam. Sein Gemälde über Abraham Lincolns Ermordung in der Theaterloge wurde berühmt. Das Ehepaar hatte zwei Töchter. Das ältere Mädchen starb tragischerweise im Kleinkindalter, während ihre Mutter zu einem Besuch in der alten Heimat war. Im Haus der Kaufmanns verkehrten, wie früher im Elternhaus, Künstler und Politiker. Mathilda Hitzfeld verstarb 1905 als Witwe in den USA. Ihr Credo war lebenslang "Liberty".

 

 

08.05.2016 um 15 Uhr Finissage

Lesung: Hanna Jüngling – Essay „Traumpfade. Irrgärten. Pilgerwege“
Musik: Rita Huber-Süß, Stimme und Hanna Jüngling, Violine - Improvisationen

 

Hanna Jüngling - Foto: AML

 

Das „Unterwegssein“ ist ebenso Topos und nicht selten ideologisch überladener Wortkarton wie der Gegenbegriff von der „Heimat“ oder gar der „Scholle“. Der Mensch bewegt sich zwischen den beiden Zuständen des Wanderns und des Sich-Niederlassens als seiner „conditio humana“.

Im Aufsatz geht die Autorin verschiedenen Linien des „Wanderns“, am Ende auch weiblichen Wanderns nach, die – wie sie feststellt – entweder im Nirgendwo des kühlen Grabes abbrechen bzw. sich „niederlassen“ oder aber ein Ziel erreichen, das dieses Leben überschreitet und jedes endgültige „Ankommen“ auf ein Jenseits verschiebt.

Das „Wandern“ in seiner ganzen Ambivalenz wird in einem wenige Seiten umfassenden Text spotartig und manchmal poetisch reflektiert.

 

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