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Ort des grenzüberschreitenden PAMINA-Projekts, das
in Kooperation zwischen der französischen Künstlergemeinschaft
La Forge und der GEDOK Karlsruhe realisiert wurde, ist
die Abteikirche in Marmoutier (Elsaß), bekannt durch
ihr beeindruckendes romanisches Westwerk und Portal aus
dem 12. Jh. und die Silbermann-Orgel aus dem Jahr 1709,
eines von zwei im Elsaß erhaltenen Instrumenten
des berühmten Orgelbauers A. Silbermann.
Die neun ausstellenden Karlsruher GEDOK-Künstlerinnen
Beatemarie Busch, Marie-Hélène H.-Desrue,
Ingeborg Heel, Lilo Maisch, Brigitte Nowatzke-Kraft, Silke
Peters, Gina Plunder, Renate Schweizer und Birgit Spahlinger
ließen sich auf vielfältige Weise von der über
tausendjährigen Geschichte, Architektur und Funktion
der alten Abteikirche inspirieren, vor allem vom GENIUS
LOCI dem Geist des Raumes. Es werden großformatige
Bilder und Installationen gezeigt, die in enger Verbindung
zur Abteikirche als Ort der Spiritualität, Transzendenz
und Metaphysik stehen, aber auch konkrete Bezüge
zur Architektur und Ausstattung der Kirche haben, und
dem Besucher neue und überraschende Einblicke und
Einsichten über das Medium der zeitgenössischen
Bildenden Kunst ermöglichen :
Beatemarie Busch
versucht durch Abstraktion die Bilderwelt der biblischen
Geschichte symbolhaft zu gestalten, um dem Kirchenschiff
in der Sprache des 21. Jahrhunderts mit Malerei auf Leinwand
neuen Glanz und Farbimpulse zu geben. Die Bilder Schmerz
- Hoffnung - Erlösung und Engel
sind auch Ausdruck emotional empfundenen Farberlebens
und rational geführter Auseinandersetzung mit dem
Thema.
In der Arbeit Der wundersame Fischfang von
Marie-Hélène
H.-Desrue, die aus verworfenen, in Stücke
geschnittenen Leinwänden entstanden ist, lässt
sie das Gewimmel des Lebens entstehen, während in
"Von oben nach unten - Von unten nach oben"
die immerwährende Hin-und-Her-Bewegung zwischen Himmel
und Erde (Himmelfahrt, Kreuzabnahme, Herabkommen des Segens,
Apotheose usw.) von der Farbe neu inszeniert wird.
Ingeborg Heel
stellt das Thema Unglück und Erleuchtung
durch aussagekräftige Farbigkeit dar. Dunkelheit
ist hier Zeichen für Einsamkeit, Trauer und Verlassenheit,
und steht dem hellen Feuer und Licht, Sinnbild der Hoffnung,
Freude und Erfüllung gegenüber.
Die Jakobsleiter von Lilo
Maisch symbolisiert die Verbindung zwischen Erde und
Himmel - Materie und Geist, den Weg des spirituellen Aufstiegs.
Das Bild ist so von der Künstlerin angelegt, dass
der Betrachter hierzu seine eigene Vision der Transzendenz
einbringen kann. Oktogonale Reflexion ist
ein Boden-Mandala, dass sich formal auf die beiden achteckigen
Seitentürme der Abteikirche bezieht.
Brigitte Nowatzke-Krafts
Collagen Gebet und Im Anfang war das
Wort thematisieren eine Form der Kommunikation mit
Gott das Gebet. Gebet greift die transzendente
Farbigkeit von Kirchenfenstern auf, die verwendeten Handschuhe
stehen symbolisch für die vielen anonymen Betenden
und deren Gebete. Die zweite Arbeit Im Anfang war
das Wort befasst sich mit dem Gebetbuch als Medium
der Vermittlung.
Silke Peters arbeitet
mit den be-greifbaren Materialien / Elementen Stein, Holz,
Sand, Erde und Farbe. Ihre Himmelswurzel ist
im Innenraum der romanischen Vorhalle zwischen Boden und
Deckengewölbe aufgehängt. Sie leuchtet magisch
blau als Symbol für Transzendenz und den Glauben
des Betrachters.
Die Arbeit Licht-Raum von Gina
Plunder hat den Gottesaspekt , der sich im Licht
offenbart, als Thema. Das Licht offenbart. Das Licht,
mystisch, überwältigend und intensiv - die Farbigkeit
der Fenster in sich tragend - wird auf Leinwand mit Acryl
und Farbspray festgehalten.
In Renate Schweizers
Arbeit Spiegelungen beschäftigt sich
die Künstlerin mit dem Menschen auf der Suche nach
dem Selbst, nach Schöpfung im Innen und im Außen.
Bei ihr wird Kunst zum Spiegel, zur Kommunikation und
zur Verbindung zwischen ICH und DU und WIR. Neben Skulpturen
und Maskenobjekten entstehen Fotomontagen, Installationen
und Video-Clips.
Birgit Spahlinger
arbeitet in ihren inszenierten Makro-Aufnahmen hauptsächlich
mit Strukturen, wie sie in der Natur vorkommen und vom
Menschen zu Symbolen und Werkzeugen verwandelt und geformt
werden. Für GENIUS LOCI hat die Künstlerin
mit der Farbe Rot diverse Konsistenzen im Wasser ausgelotet
und fotografiert. Darüber liegt stark vergrößert
das grafische Detail einer Rose, eines Stacheldrahtes
oder eines Dornenkranzes - der Ort mag entscheiden...
Während der Ausstellung veranstalten zwei bilinguale
Künstler und Pädagogen von der französischen
Künstlergemeinschaft LA FORGE, Nadine
Hamm, Bildende Künstlerin und Erzählerin, und
der Schauspieler und Regisseur Jean-Pierre Hamm das pädagogische
Projekt Lebendige Kunst, das Kindern von 3
bis 10 Jahren aus der Gemeindegemeinschaft Marmoutier,
aus Karlsruhe und der Kooperationsgemeinde Sasbach zeitgenössische
Kunst nahe bringen will. Geistige Aufgeschlossenheit und
Toleranz soll entwickelt, Kommunikation und Austausch
über den künstlerischen Ausdruck gefördert
werden. Die Annäherung an die ausgestellten Arbeiten
wird durch einen Entdeckungs-Parcour ermöglicht
mit Entdeckungs-Heft, mit Skizzen, mit Spielen um die
Ausstellung herum. Zum Thema Raum-Geist werden
in der Krypta der Abteikirche Geschichten der kleinen
und großen Menschen von Marmoutier - ausgehend
von wirklichen und imaginären Personen - erfunden
und erzählt.
Pädagogisches Programm von Dienstag, den 20.09.2005
bis Freitag, den 23.10.2005
Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9.00-11.00Uhr, Mittwochs
14.30-16.30 Uhr
Für Kinder mit weiterer Anfahrt wird ein Tagesprogramm
angeboten:
Morgens: Veranstaltung in der Ausstellung, mittags: Rucksackvesper,
nachmittags: künstlerische Aktivitäten, Besuche,
Spiele in kleinen Gruppen.
Gruppengröße bis 60 Kinder. Für Gruppen
aus der Gemeindegemeinschaft Marmoutier sowie aus Karlsruhe
und Sasbach wird die Veranstaltung kostenlos angeboten,
für andere Gruppen wird eine Beteiligung von 3 €
/ Person erhoben.
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