GEDOK Karlsruhe
Künstlerinnenforum
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Frauen in Venedig zur Zeit der Dogen
Lesung mit Vera Morelli, Musik von verQUER
Sonntag, 12.10.2008 um 11 Uhr

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Better City, Better Life - Shanghai
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Letzte Aktualisierung: 16.09.2008

 

Auf den Spuren der Malerin Rosalba Carriera und der Komponistin Anna Bon

Während sich die aktuelle Ausstellung der GEDOK "Better City, Better Life - Shanghai" mit den Umwälzungen und Umbrüchen einer modernen Metropole befasst, steht in der Sonntags-Matinée am 12. Oktober eine Ikone der Alten Welt im Mittelpunkt: das Venedig der Kaufleute und Dogen. Die Geschichte zweier außergewöhnlicher Frauen, deren Leben eng mit der Stadt verknüpft ist, bildet den Rahmen der Veranstaltung.

Die Autorin Vera Morelli stellt die Malerin Rosalba Carriera (1675-1757) vor, die sie in ihrem soeben erschienenen Buch "Ein freies Herz wohnt in meiner Brust…" kenntnisreich und einfühlsam porträtiert. Auch wenn ihr Leben tragisch endete, gehört Rosalba Carriera doch zu jener seltenen Sorte von Künstlerinnen des 18. Jahrhunderts, denen schon zu Lebzeiten Aufmerksamkeit und Anerkennung zuteil wurde. Könige, Fürsten und unzählige Angehörige der europäischen Aristokratie, die auf ihren Reisen Venedig besuchten, versäumten es nicht, Rosalba Carriera in ihrem Atelier aufzusuchen, sich von ihr porträtieren zu lassen oder einige ihrer Gemälde zu erwerben. Die größte Sammlung besaß zweifelsohne August III. von Sachsen, der im Laufe seines Lebens in Dresden mehr als 150 ihrer Pastelle im "Rosalba Saal" versammelte. Carriera hat die Technik der Pastellmalerei auf eine Art weiterentwickelt, die eine ganz neue Darstellungsweise in der Portraitmalerei bot und dabei ganz dem Zeitgeschmack des Rokoko entsprach.

Zum Einstieg und Ausklang widmet sich das Trio verQUER (Christa Hartnigk-Kümmel, Bettina Lang und Margret Schneider) der Musikerin und Komponistin Anna Bon di Venezia (geboren um 1740). Auch Anna Bon ist in der Lagunenstadt aufgewachsen. Nach einer Ausbildung am dortigen Konservatorium wurde die hoch begabte Schülerin bereits mit 16 Jahren von Markgräfin Wilhelmine als Hofmusikerin nach Bayreuth berufen und wirkte in späteren Jahren sogar einige Zeit unter dem Kapellmeister Joseph Haydn am Hof von Esterhazy. Danach jedoch verliert sich der weitere Lebensweg Anna Bons im Dunkel. Während Künstlerinnen wie Clara Schumann und Fanny Mendelssohn heute zumindest als "Anhängsel" ihrer berühmten Männer und Brüder bekannt sind, ist Anna Bon wie beinahe alle Hofmusikerinnen des 18. Jahrhunderts völlig in Vergessenheit geraten. 1759 erschienen ihre "Diverti-menti", die sie dem Kurfürsten Carl Theodor von Bayern widmete - das Trio ver-QUER wird einige Sätze aus diesem Werk erklingen lassen.

 

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