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Uta Suesse-Krause, Ground Zero
Vier GEDOK-Künstlerinnen der Fachgruppe Fotografie/Video/Digitale
Medien
zeigen Foto- und Medienkunst
Heidi Sautter reflektiert
"nO nAmE" in großformatigen Fotografien auf Produkte
der Werbung, die im Gegensatz zu großen Markennamen im Verbraucherschatten
stehen. Andere Arbeiten befassen sich mit der Anonymität (Namenlosigkeit)
von Menschen in Hochhäusern und Wohnburgen und deren Kontaktarmut
zur Umgebung.
Renate Schweizer (R e S h)
verbindet in ihrer Fotoserie "same_different" indische,
rumänische und Karlsruher Welten und gibt bedeutungslosen Eindrücken
am Wegrand Bedeutung. Mit ihrem Video
"feet with no name" wirft sie Fragen auf: Bedingt
Anonymität Gewalt? Fördert Zunahme von Anonymität
uneingeschränkte Kontrolle und Überwachung .... führt
ein Dasein als "nO nAmE innerhalb einer Plutokratie (Herrschaft
der Vermögenden) immer mehr zu einer Ochlokratie (Pöbelherrschaft)
...die eine zunehmende Tyrannis (Diktatur) legitimiert ...? Wohin
entwickelt sich Demokratie (autonome Selbstregierung des Volkes),
wenn Menschen zu Silhouetten verkommen und sich in Bedeutungslosigkeit
verlieren...?
"Abyss-Abgrund" thematisiert den Zweiten Weltkrieg anhand
von Fernsehdokumentationen über Stalingrad. Birgit
Spahlinger verarbeitet das zum Teil unscharfe und vage Material
in Form einer starken grafischen Reduktion. Kriegshandlungen und
Tod werden nur angedeutet und die Menschen darin bleiben gesichts-und
namenlos. In dem Video "the
long march" werden Deportation und Migration thematisiert.
Der rote Cellokasten, ein Symbol für die alle Kulturen verbindende
Sprache der Musik, liegt auf den Schnee bedeckten Stelen des Holocaust
Denkmals in Berlin. Er steht aufrecht auf dem Ground Zero in New
York. Der Holocaust und der 11. September gelten heute als Inbegriffe
des Terrors. Mit 'High Culture' stellt sich Uta
Suesse-Krause dieser Realität auf ihre Weise: mit dem
roten Cellokasten setzt sie bewusst ein konkretes wie auch abstraktes
Symbol der Hoffnung.
Vernissage
Freitag, 13. November um 19 Uhr
Einführung und Künstlerinnengespräch: M.A. Roswitha
Zytowski
Musikperformance der Gruppe "Wotan und Isolde" vom Forum
freie Musik Karlsruhe
Finissage
Sonntag, 6.12.09 um 11 Uhr
Lesung: Ondine Dietz
"Die anonymen Briefe der Dora Maar", Erzählung
Die Erzählung "Die anonymen Briefe der Dora Maar"
ist Teil eines Zyklusses von Erzählungen, die sich - unter
anderem - durch ihren Rhythmus, Melodie und der geographischen und
historischen Beschwörung von Kulissen und Szenerien als eine
Art Dramaturgie von "Initiationsriten" in der Wirklichkeit
von Frauenschicksalen aus Osteuropa verstehen. Die Protagonistin
Dorina Marculescu hat, infolge eines Traumas, bedingt durch das
repressive Gesellschaftssystem der Ceausescu Diktatur, ihre wahre
Identität verdrängt und sogar verloren. In ihrer Verzweiflung
versucht sie, sich in die Figur der Dora Maar hinein zu versetzen,
deren Schicksal Parallelen mit ihrer eigenen Liebesgeschichte aufzuweisen
scheint, um sich in die Zeit der Pariser 30er Jahre zu flüchten.
Jeden Abend hält sie Monologe in einer fast leeren Bar und
erzählt Dora Maars wahre Geschichte mit Picasso, die nie geschriebenen
Briefe der Dora Maar, welche sie scheinbar wahllos an Privatadressen
und Zeitungsredaktionen verschickt. Das führt in der Stadt
zu Verwirrungen...
Ondine Dietz wurde 1967
in Temeswar, Rumänien, in eine multiethnischen Familie hinein
geboren. Debüt 1983 in der Kulturzeitschrift "Orizont"
mit Lyrik in rumänischer Sprache. Ab 1986 war sie Mitglied
des Ensembles des Deutschen Staatstheaters Temeswar und führte
Regie bei diversen Projekten und Vorstellungen. Anfang der 90er
Jahre emigrierte sie nach Deutschland, wo sie anfing in Deutsch
zu schreiben.
Zahlreiche Veröffentlichungen in diversen Literaturzeitschriften
(cet-literatur, ausserdem, Matrix). Ab 2004 zahlreiche Lesungen
in Karlsruhe, Stuttgart, München. Teilnahme an Literatursalons
und kulturelle Veranstaltungen. Zusammenarbeit an diversen künstlerischen
Multimedia-Projekten. Ausstellungen mit eigenen Fotoarbeiten. Parallel
Veröffentlichungen in rumänischen Literaturmagazinen (Vatra,
Agora). 2004 erschien der Gedichtband "Featuring". 2008
erschien der Erzählband "Frühlingsnerven".
Öffnungszeiten
Mi-Fr 17-19 Uhr, Sa 14-16 Uhr, So 11-14 Uhr
Ort
GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe
Markgrafenstr. 14, 76131 Karlsruhe
Haltestelle: Kronenplatz/Universität (Linien 1-5; S2, S5, S41)
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