Jüdisches Leben in Karlsruhe heute – ein Kunstprojekt

1.07. bis 31.12.2021

 

Close – but no banana meint so viel wie knapp daneben ist auch vorbei, bezüglich auf die versuchte Integration und Akzeptanz von jüdischem Leben in Karlsruhe heute.


Projektidee

„Nah dran, aber eben nicht so ganz und schon gar nicht gelungen“ – mit dieser Tatsache setzen sich 5 GEDOK-Künstlerinnen auseinander. Mit ihrer künstlerischen Arbeit zu #closebutnobanana werfen sie den Blick auf jüdisches Leben in Karlsruhe – einer Stadt, in der jüdische Bürger*innen bereits seit ihrer Gründung leben. Das künstlerische Konzept soll das Leben junger Jüdinnen und Juden begreiflich machen und richtet sich gegen die stereotype Ausgrenzung durch die von Antisemiten getroffene Aussage „DIE Juden“. Ob säkular, orthodox, traditionell oder liberal – die junge Generation zeigt den Gruppendissens auf und steht stellvertretend für eine bunte Vielfalt gelebter Lebensentwürfe. Die Botschaft lautet hier: Ich bin so viel mehr! Nicht allein meine Religion oder mein traditionelles Kulturbewusstsein, sondern mein Leben als Individuum mit vielfältigen Hobbys, Vorlieben, Eigenschaften machen mich aus.

 

In der Reflexion innerhalb der Künstlerinnengruppe wirft diese Botschaft persönliche Fragestellungen auf: Wo ist jüdisches Leben unverdeckt in Karlsruhe sichtbar? Warum kennt niemand von uns jüdische Jugendliche? Wer von uns hat eigentlich jüdische Freunde? Warum fällt es uns so schwer, unbefangen über das Thema „Juden“ zu reden? Warum ist unser eigener Umgang geprägt von Ängsten, Unsicherheit und Schuldgefühlen? Doch schnell wird klar, es ist noch lange nicht „alles banana“. Die Künstlerinnen bringen ihren eigenen Blick als gesellschaftliche Spiegelung ein, um sich auf den Weg zu machen. Um zu versuchen, mit künstlerischen Mitteln die Vielfalt und „Normalität“ jüdischen Lebens in Karlsruhe sichtbar und begreifbar zu machen. Und das mit einer gewissen Portion Leichtigkeit und Unbefangenheit.

 

Die künstlerische Umsetzung findet in Form von diversen Aktivitäten und performativen Handlungen schwerpunktmäßig im öffentlichen Raum statt. Die Herangehensweisen von #closebutnobanana sind zwanglos, unkonventionell und originell.

 

Farbkräftige Typo-Plakate bilden den Auftakt der künstlerischen Auseinandersetzung und konnotieren mit individuellen Statements die Alltags-„Normalität“ der jungen jüdischen Generation. Eine Objektinstallation setzt das Sujet „Kopfbedeckung“ künstlerisch in Szene, ein Fotoshooting mit unterschiedlichsten Kopfbedeckungen veranschaulicht den kreativen Umgang mit wechselnden Identitäten. Die Performance “Memory“ deckt spielerisch Gemeinschaftliches wie Unterschiedliches auf. Bildpaare erzählen von ungewöhnlichen, manchmal unerwarteten Beziehungen - und schon startet unser Kopfkino.

 

Mit filmischen Mitteln werden persönliche Objekte reflektiert: Welche Bedeutung hat dieser Gegenstand für mich? Welche Erzählung verbirgt sich dahinter?

 

Werden Beziehungen sichtbar, die mich selbst betreffen? Und was hat das mit Kunst zu tun?

Ein Erlebnis gelebter Begegnung bieten Gruppentänze mit Klezmertanz Karlsruhe.

Zusätzlich bringt gemeinsames, kreatives Kochen in der Kulturküche Karlsruhe Spaß und fördert die Gemeinschaft.

 

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gefördert vom Innovationsfonds Kunst des MWK Bden-Württemberg